Papua Neuguinea

Text von Sepp Ginner, einem österreichischen Projektmitarbeiter in der Entwicklungszusammenarbeit in den 1980ern:

Am 28. Februar erschütterte ein gewaltiges Erdbeben (7,5 Richter Skala) die Southern Highlands Province in Papua Neuguinea. An der Weltöffentlichkeit geht so eine weit entlegene Gegend der Welt völlig vorbei.
Aber für mich ist es ein wie ein Keulenschlag. Vor 6 Monaten habe ich in Yaken gewohnt, Nähe Mendi, der Provinzhauptstadt. Das Haus, in dem wir gewohnt haben, ist in drei Teile zerrissen, das Auto, mit dem wir gefahren sind, ist in einer Erdspalte abgestürzt, die Wassertanks sind zerbrochen.
Mein Freund Maikol hat sein Haus wie aus einem Schleudersitz verlassen, es lehnt jetzt ganz müde auf den umgeknickten Stelzen. Das ganze Dorf ist vom Verkehr abgeschnitten, die Stromversorgung ist zusammengebrochen.
Das größte Problem ist die Wasserversorgung, weil dort das Regenwasser als Trinkwasser verwendet wird. Dazu braucht man Blechdächer, Regenrinnen und dichte Tanks. Und genau das ist vom Erdbeben zerstört worden. In "meinem" Dorf wurde zum Glück niemand verletzt, aber es gibt rundherum in der Provinz und in benachbarten Provinzen hunderte Tote.
Die Nationalregierung ist völlig überfordert. Die Infrastruktur in der gesamten Region (Mendi, Tari, Nipa, Kutubu) ist dem Erdboden gleichgemacht. Die Spitäler sind hoffnungslos überfüllt und haben keinen Strom, kein Wasser, keine Medizin. Die Ärzte und das Krankenhauspersonal haben die eigenen Häuser verloren, übernachten unter notdürftig aufgespannten Planen und in Zelten. Das Erdbeben geht nach wie vor mit anhaltender Kraft weiter, hunderte Nachbeben in der Stärke 4,2 bis 6,5. (siehe dazu: https://earthquaketrack.com/p/papua-new-guinea/recent
Die Leute sind in Panik und beginnen zu hungern, vorallem die Kinder sind betroffen.
Wir sammlen Geld für Maikol, denn von seinem Wassertank ist das halbe Dorf abhängig. Mit ihm bin ich sporadisch in Kontakt, sein Handy kann er dank des kleinen Solarpaneels aufladen, das ich ihm voriges Jahr mitgebracht habe. Und die Funkmasten werden nach und nach von Digicel wieder repariert und mit eigenen Stromaggregaten ausgestattet. Digicel hat das Telefonieren für 3 Wochen gratis garantiert.
Er ist ein überaus verlässlicher Mann, hat selber 5 Kinder und in seinem Dorf gehört er zu den vertrauenswürdigsten Personen
Die ganze Region kann zur Zeit nur vom Hubschrauer aus versorgt werden. Es handelt sich um eine Hochlandgegend mit ausgesprochen unwegsamen Bergen und Tälern.


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